Dies ist die Stunde, in der das segensreiche Licht Christi aufleuchtet; die reinen Strahlen des Geistes steigen auf, und der Himmel öffnet die Schatztruhen der göttlichen Herrlichkeit. Die lange dunkle Nacht ist verschlungen, die dicken Nebel lösen sich auf, der düstere Schatten des Todes ertrinkt im Dämmern.
Leben überströmt alles; alles ist erfüllt von Licht ohne Ende. Die Morgenröte der Morgenröten geht auf über der Erde, und jener, „der vor dem Morgenstern war“ (vgl. Ps 109/110,3), vor den Gestirnen, unsterblich und unermesslich, der große Christus, strahlt über allen Wesen, heller noch als die Sonne.
Für uns, die wir an ihn glauben, bricht an ein Tag des Lichts: ewig, weit, unvergänglich. Es ist das mystische Pascha, vom Gesetz feierlich vorausgebildet, von Christus in Wahrheit vollendet, herrliches Pascha, Wunder der Kraft Gottes, wahres Fest, Denkmal für die Ewigkeit: Die Erlösung von allem Leid wird geboren aus der Passion, die Unsterblichkeit aus dem Tod, das Leben aus dem Grab, die Heilung aus der Wunde, die Erhöhung aus dem Fall, die Himmelfahrt aus dem Abstieg in die Unterwelt. […]
Es sind die Frauen, die ihn als Auferstandenen zuerst gesehen haben. Wie eine Frau als erste die Sünde in die Welt gebracht hat, so bringt sie, wiederum als erste, die Botschaft vom Leben. Deshalb hören sie das heilige Wort: „Ihr Frauen, freut euch!“ (Mt 28,9 griech.), damit die alte Traurigkeit verschlungen wird vom Jubel der Auferstehung. […]
Beim Anblick eines so großen Geheimnisses – da nun ein Mensch mit Gott emporsteigt – riefen die himmlischen Mächte den Heerscharen der Engel freudig zu: „Ihr Fürsten, öffnet eure Tore; öffnet euch, ihr uralten Pforten, denn es kommt der König der Herrlichkeit!“ Die Engel sahen das Wunder einer menschlichen Natur, die mit der göttlichen vereint ist, und riefen ihrerseits: „Wer ist der König der Herrlichkeit?“ und die anderen antworteten: „Der Herr der Mächte, er ist der König der Herrlichkeit, stark und gewaltig, mächtig im Kampf“ (Ps 23/24,7f LXX).